Risikomanagement – was bedeutet eigentlich das Wort „Risiko“?

Viele verbinden das Wort Risiko mit etwas Negativem. Neutral betrachtet, bedeutet der Begriff Risiko jedoch nicht nur das mögliche Aufkommen von Gefahren oder Krisen. Die Herkunft des Worts „Risiko“ ist nicht vollständig geklärt, es wurde in viele Sprachen übernommen, aber man kann es mit den Begriffen „Gefahr“ und „Wagnis“ in Verbindung bringen. Etwas wagen und sich damit auf Risiken einlassen, ist für Unternehmen notwendig, um Erfolge erzielen zu können.

Grundsätzlich existieren zwei Arten von Risiken: Die erste beschreibt die Risiken, wie sie im normalen Sprachgebrauch verstanden werden, die versicherbaren Schadensgefahren. Es tritt ein negatives Ereignis ein, das zu einem Schaden führt. Die zweite Risikoart bedingt das spekulative Risiko, das sich aus unternehmerischem Handeln ergibt. Dies kann den Verlust von Unternehmenserfolg bedeuten, wenn das Unternehmen dieses Risiko nicht in Kauf nimmt. Andererseits bedeutet es im Sinne des unternehmerischen Handelns eine Chance, wenn diesem Risiko entgegengetreten wird.

In Organisationen finden sich unter Risiko Begriffe wie Brand, Explosion, Imageverlust, Arbeitsunfall etc. Diese Begriffe stellen jedoch keine Risiken dar. Ist mit Brand beispielsweise das Risiko gemeint, das entsteht, wenn aufgrund eines Kurzschlusses im Betrieb ein Großbrand ausbricht? Oder meint der Risikobewerter den Schwelbrand im Außenlager aufgrund einer unachtsam weggeworfenen und noch glühenden Zigarette? Besteht das Risiko des Flugzeugabsturzes aufgrund der mangelhaften fachlichen Qualifikation des Piloten oder infolge der Vernachlässigung notwendiger Instandhaltungsarbeiten am Flugzeug?

Man erkennt hier sofort, dass bei der Definition eines Risikos nicht die Art der Auswirkung, also der Fehler, zu bewerten ist. Vielmehr stellt das Risiko ein Szenario dar, das sich aus der Kombination mehrerer Faktoren ergibt. Die Frage ist, wie wahrscheinlich das Auftreten einer Ursache mit einer entsprechenden Konsequenz ist und wie teuer der damit wahrscheinlichste Schadensfall ist.

Häufig sieht man ein Risikomanagementsystem nur im Zusammenhang mit Wirtschaftsprüfern und Kreditgebern. Die Bedeutung der Einführung eines solchen Systems nimmt aber generell und aus vielfältigen anderen Gründen zu. Beispielsweise verlangen einige Konzerne, inzwischen auch Branchen, wie beispielsweise die Automobilindustrie, von ihren Zulieferern die Einführung von Risikomanagementsystemen. Damit gewährleisten sie eine langfristige Versorgungssicherheit. Sie vermeiden dadurch Probleme durch plötzlich auftretende Lieferausfälle wegen insolvent gewordener oder anderweitig in Schwierigkeiten geratener Unternehmen.

Quelle: QM-Fachportal/Fachwissen/Strategisches QMS/Risikomanagement

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